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„Aufladung“-Programm | Porsche Christophorus

Porsche Christophorus

„Aufladung“-Programm

Im weltweit siebten Porsche Experience Center öffnete der erste elektrische Porsche-Sportwagen seine Türen für die Studenten des DIAN Racing Teams der Tongji-Universität – ein unvergesslicher sommerlicher „Ladevorgang“ sollte beginnen.

Als eine der führenden chinesischen Universitäten mit starkem Fokus auf Natur- und Ingenieurwissenschaften ist die Tongji-Universität auch im Bereich Fahrzeugtechnik stets wegweisend. Im März 2013 wurde das DIAN Racing Team offiziell gegründet und entwirft und baut seitdem jedes Jahr einen eigenen Rennwagen für die Formula Student Electric-Serie. Aufgrund der tief verwurzelten Verbindung zwischen Tongji und Porsche begann die Zusammenarbeit mit Porsche bereits im letzten Jahr: Experten der Porsche Engineering Group reisten nach Shanghai, um die Studenten fachlich zu betreuen. Dieses Jahr konnten die deutschen Experten wegen der Pandemie nicht vor Ort sein, führten jedoch Fernschulungen durch. Neu war in diesem Jahr ein Fahrtraining, das die Einrichtungen und das Trainerstab des Porsche Experience Centers nutzte, um die Fahrer des Teams gezielt zu coachen.

Genauso begeistert wie die Studenten war Dario, der Fahrtrainingsleiter des Porsche Experience Centers Shanghai. Als wir ihn einige Tage zuvor trafen, sagte er bereits, dass er sich sehr darauf freue, als Trainer für die Studenten zu fungieren, und hatte dafür eine Reihe maßgeschneiderter Unterrichts- und Übungseinheiten geplant. Da das Fahrverständnis der Studenten meist aus Kart-Training und Simulator-Übungen stammt, erklärte Dario zunächst theoretisch das Fahrzeugverhalten beim Überschreiten der Haftungsgrenze und die entsprechenden Gegenmaßnahmen. Mithilfe des Kammʼschen Kreises (auch Reibungskreis genannt) erläuterte er, wie man die Reifenhaftung beim Fahren maximal ausnutzt. Im Rennsport ist die Voraussetzung für effektives Training, die richtige Technik zu beherrschen, sich die richtigen Ziele zu setzen und zu verstehen, was „schnell“ wirklich bedeutet.

Die Low-Friction-Rundstrecke des Porsche Experience Centers gilt für versierte Fahrer als Paradies zum Erlernen des Driftens. Für die noch unerfahrenen Studenten jedoch bot der Untergrund mit niedrigem Reibwert die Möglichkeit, Unter- und Übersteuern deutlicher zu spüren. Bei relativ niedrigen Geschwindigkeiten und erhöhter Sicherheit konnten sie so das Fahrzeugverhalten an und jenseits der Haftungsgrenze sowie die richtigen Reaktionen unter Anleitung des Trainers kennenlernen. Ein für das Fahrersegment verantwortlicher Student vom DIAN Racing Team sagte: „Es war das erste Mal, dass ich das Driften in einem echten Auto erlebt habe – es fühlt sich anders an als im Simulator. Die körperliche Wahrnehmung der Fahrdynamik beim Driften war fantastisch. Auch wenn es noch nicht völlig flüssig klappt, habe ich nun eine Bestätigung der Simulatorerfahrungen, sodass ich künftig zielgerichteter üben kann.“

„Obwohl die Fahrerfahrung der Studenten noch begrenzt ist, haben ihnen das Kart- und Simulatortraining ein gutes Gefühl für das Fahrzeug sowie eine gute Körperkoordination vermittelt – sie sind recht talentiert“, urteilte ein professioneller Medienvertreter auf dem Beifahrersitz voller Lob, aber auch mit unverhohlenem Neid. Ein anwesender Medienmann hatte während seiner Studienzeit selbst an einem Formula-Student-Projekt teilgenommen, doch das damalige Entwicklungsumfeld und ein Partner wie Porsche wären damals undenkbar gewesen. Auch ein Trainer vor Ort bedauerte, während seines Studiums keine solche Möglichkeit gehabt zu haben.

Da die Strecken der Formula Student in der Regel mit Pylonen abgesteckt sind und eher einem Gymkhana-Kurs ähneln als einer traditionellen Rennstrecke, kam der Slalom-Teil den praktischen Anforderungen der Studenten am nächsten. Dario wählte für diese Übung bewusst den 718 Cayman GTS, dessen Gewichtsverteilung der eines Formelwagens näherkommt. Beim Slalom kommt es darauf an, den Rhythmus zu kontrollieren, abrupte Änderungen der Fahrzeuglage zu vermeiden, die Kurven möglichst geschmeidig zu nehmen und den Blick weit nach vorne zu richten. Unter der Eins-zu-eins-Anleitung der Beifahrer-Trainer steigerten die Studenten mit jeder Runde ihr Tempo.

Im abschließenden simulierten Rennen forderte Dario die Studenten auf der Teststrecke des Experience Centers mit dem Taycan heraus, ihre Fähigkeiten im kombinierten Management von Zeit und Batterieladung unter Beweis zu stellen. Dass ausgerechnet Porsches erster rein elektrischer Sportwagen zum Einsatz kam, passte perfekt zum Wettbewerbsumfeld des DIAN Racing Teams: Die Formula Student Electric bewertet nicht nur die Rennstrecken-Performance, sondern auch die Gesamteffizienz und das Energierückgewinnungsvermögen in entsprechenden Disziplinen und Preisen.

Im vergangenen Jahr gaben Experten von Porsche Engineering dem Team wichtige Hinweise zum Rekuperationsalgorithmus, und das Team gewann mit einer herausragenden Energierückgewinnungs-Leistung den Efficiency Award beim Formula SAE Japan 2019. „Nach dem heutigen Training habe ich ein breiteres Verständnis von Rennwagen. Die Bremskraft des Porsche Taycan ist ziemlich groß, deutlich stärker als bei unserem Auto“, zeigten sich die Studenten nach der direkten Berührung mit dem Taycan beeindruckt. „Er vereint Laufruhe mit Handling, die Kraftentfaltung ist sehr sanft, das Kurvenverhalten ist ausgewogen und die Kurvengrenzen sind sehr hoch. Beim Launch Control-Start beschleunigt er fast genauso stark wie unser E-Rennwagen – und das alles mit einem unveränderten Serienfahrzeug.“

Über die Früchte des Trainings äußerten sich die Mitglieder des DIAN Racing Teams begeistert: „Man kann sagen, dass dieses Training enorm aufschlussreich war. Die vier Trainingseinheiten dauerten von zehn Uhr morgens bis drei Uhr nachmittags. Damit wir schneller und sicherer auf der Rennstrecke fahren können, haben uns die Trainer unter der sengenden Sonne jeden Fahrer intensiv betreut.“

Dario selbst zeigte sich bescheiden: Das Porsche Experience Center sei ja in erster Linie für das Kundenerlebnis konzipiert, und er hoffe, dass die Übungen den Studenten Denkanstöße geben. Zudem sei er selbst nur ein Fahrer und freue sich darauf, dass die Studenten in Zukunft aufregende Automobile entwickeln. Im Oktober dieses Jahres wird das DIAN Racing Team hier im Porsche Experience Center seinen neuen Rennwagen vorstellen. Wir hoffen, dass sie durch diesen außerschulischen „Ladevorgang“ Fortschritte in Entwicklung und Wettbewerb machen – freuen wir uns gemeinsam darauf.

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